Aktuelle Veranstaltungen

Ausstellung „Jacob Kirkegaard: Sound-Nature-Environment“

Ausstellungseröffnung: 22. September 2022, 18 Uhr, Roter Saal
in Anwesenheit des Künstlers

Die Ausstellung wird von einer Dokumentation über den Künstler und sein Werk begleitet.

Ausstellung auf dem Campus der JGU

Schule des Sehens
22.09. bis 30.10.2022
geöffnet: Di - Fr 15 - 19 Uhr, So 13 - 17 Uhr

Hochschule für Musik Mainz
Kammermusiksaal, Spiegelsaal, Treppenhaus
22.09. bis 13.10.2022
geöffnet: Di - Fr 15 - 19 Uhr, So 13 - 17 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Informationen zum Künstler

Im Alter von sechs Jahren machte Jacob Kirkegaard seine ersten Tonaufnahmen. Kirkegaards Arbeiten entstehen durch die Verwendung von Tonaufnahmen, die die greifbaren Aspekte seiner immateriellen Themen repräsentieren. Seine Klangarbeiten wurden auf Labels wie Important Records (USA), Touch (UK) und Posh Isolation (DK) veröffentlicht. Er ist Gründungsmitglied des Klangkunstkollektivs freq_out sowie der gemeinnützigen Kunstorganisation TOPOS.
Jacob Kirkegaard hat ein Diplom in audiovisuellen Medien von der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo er u. a. bei Siegfried Zielinski , Anthony Moore und Peter Kiefer studierte. 2016 war Kirkegaard Sound-Artist-in-Residency am St. John's College, University of Oxford, U. K.
Jacob Kirkegaard präsentiert seine Werke in Galerien, Museen, Biennalen und Konzerträumen auf der ganzen Welt, darunter das MoMA in New York, das LOUISIANA – Museum of Modern Art und das ARoS in Dänemark, The Menil Collection und die Rothko Chapel in Houston, die Sydney Biennale in Australien, die Aichi Triennale in Nagoya und das Mori Art Museum in Tokio, Japan.
Er wird von der Fridman Gallery (New York, USA) und der Galleri Tom Christoffersen (Kopenhagen, DK) vertreten. Seine Werke befinden sich in den Sammlungen des LOUISIANA - Museum of Modern Art und des ARoS Aarhus Art Museum, des Museum Sønderjylland in Dänemark und der Bell Gallery der Brown University, USA.
Im Jahr 2022 wurde Jacob Kirkegaard von der Königlich Dänischen Akademie der Schönen Künste mit der renommierten Eckersberg-Medaille ausgezeichnet.
Jacob Kirkegaard ist von Mai bis Oktober 2022 Vertretungsprofessor an der Hochschule für Musik Mainz und Mitglied des Forschungsteams des vom Gutenberg Forschungskollegs geförderten Projekts ARS – Art-Research-Sound (Leitung: Prof. Peter Kiefer).

Informationen zur Ausstellung

Die akustischen Erforschungen von Jacob Kirkegaard führen in die Natur – in die vom Menschen (scheinbar) unberührte arktische Natur des Nordpolarmeers und zu den Geysiren Islands, in die Landschaften der Native Americans in Utah und Arizona, aber auch in von Menschen gestaltete und definierte Räume, wie die Westbank in Israel, die Gegend um Fukushima oder die Grenzregion zwischen Texas und Mexiko.
Die Klänge dieser Räume erweisen sich im Werk Kirkegaards als akustische Materialisierung großer existentieller Themen wie Leben, Tod und Vergänglichkeit, Erinnerung und Kultur. Sein Werk verweist nicht nur auf Klangerfahrungen unseres gemeinsamen kulturellen Gedächtnisses, sondern schreibt diese im Klangerleben individuell fort.

Zu den Werken

Melt in der Schule des Sehens
Diese achtkanalige Installation ist im Jahr 2016 entstanden und basiert auf Klangaufnahmen in Grönland in den Jahren 2013 und 2015. Ein Raum ist mit dichtem roten Nebel und den Klängen einer Eislandschaft gefüllt – von Eisbergen, die aneinander stoßen, von stehendem und fließendem, rieselnden Wasser, von Rissen an der Oberfläche der Eisflächen.
Das Werk ermöglicht nicht nur die Wahrnehmung der unterschiedlichen Aggregarzustände des Wassers, sondern verweist im Titel Melt auch auf die aktuelle Situation der Klimaerwärmung, die in den Klängen schmelzenden und sich verflüssigenden Eises reflektiert werden.
https://fonik.dk/works/melt.html

Testimonium in der Hochschule für Musik
Im Jahr 2019 schuf Jacob Kirkegaard diese achtkanalige Soundkompositionen aus Aufnahmen von Abfall-, Recycling- und Abwasseranlagen in Dänemark und Lettland sowie von der Dandora-Mülldeponie in Nairobi, Kenia.
Dandora, eine der größten Mülldeponien der Welt, wurde in den 1970er Jahren angelegt und wächst täglich – obwohl sie offiziell für voll erklärt wurde – um mehr als 2000 Tonnen Abfall aller Art.
Mit Vibrationssensoren, die in endlosen Haufen organischer Abfälle und in riesigen Verbrennungsanlagen platziert wurden, mit Hydrophonen, die in Abwässern und stark verschmutzten Flüssen versenkt wurden, und mit akustischen Mikrophonen, die auf von Hand oder maschinell sortierte Metalle, Gläser und Kunststoffe gerichtet waren, macht Kirkegaard den „physischen Kern“ und die industrielle Reise der stinkenden, weggeworfenen Materie hörbar.
Eine akustisch detaillierte, kraftvolle und bittersüße Hommage an den Müllhaufen der Zivilisation, zugleich ein Zeugnis für die Zukunft.
http://fonik.dk/works/testimonium.html

Informationen zum Projekt ARS

Unter dem Dach des Gutenberg-Forschungskollegs an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eröffnet das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt ARS neue Perspektiven für die interdisziplinäre Forschung zum Thema Klang. ARS widmet sich der Erweiterung des Wissens und des öffentlichen Bewusstseins über unsere hörbare Umwelt. Es erforscht die vielfältigen Beziehungen zwischen dem Klang als wissenschaftlichem Untersuchungsgegenstand und dem Klang als Medium der Kunst. Ausgehend vom Paradigma der künstlerischen Forschung versuchen wir, Fragen der Wissensproduktion und der Kreativität in Bezug auf künstlerische und wissenschaftliche Aktivitäten zu untersuchen. Wir glauben, dass die Künste und die Wissenschaften von einer gegenseitigen Erkundung ihrer jeweiligen Formen der Wahrnehmung, Darstellung und Gestaltung der Welt sehr profitieren können. ARS konzentriert sich auf die Identifizierung und Untersuchung von Berührungspunkten zwischen der Klangforschung und der künstlerischen Praxis. Dabei stehen im Fokus der Forschungsarbeit und künstlerischer Experimente die folgenden Bereiche:

Klang und Phänomene
Klang und Lebenswissenschaften
Klang und Anthropologie/Kulturwissenschaften
Klang und Natur
Klang und Struktur

Das Projekt zielt darauf ab, einen Dialog zwischen Wissenschaftler:innen und Künstler:innen in jedem dieser Bereiche zu ermöglichen.
Zu den herausragenden Vorhaben von ARS zählt die Durchführung der Gutenberg Sound Art Academy (GUSAC) mit Bernhard Leitner, Peter Kiefer und Miya Masaoka im Jahr 2019, die Ausstellung „Saydnaya“ mit Werken von Lawrence Abu Hamdan in der Schule des Sehens und der Hochschule für Musik im Jahr 2021 sowie die Ausstellung „Sound-Nature-Environment“ mit Werken von Jacob Kirkegaard in der Schule des Sehens und der Hochschule für Musik im Jahr 2022.